Waldameise_Westerbuchberg

Gesundheitspolizei des Waldes ist zurückgekehrt

Auf dem Gelände des Waldkindergartens am Westerbuchberg haben sich nach Jahren erstmals wieder Waldameisen angesiedelt. Im September 2017 haben die Wurzelkinder am Schwammerlplatz den ersten kleinen Ameisenhügel entdeckt, im Frühjahr 2018 dann auch am Sonnenplatz. Dies sind die beiden am häufigsten benutzten Plätze des Waldkindergartens. Am Schwammerlplatz nutzen die Ameisen eine Brücke, die von uns zur Überquerung eines kleinen Grabens gebaut wurde, als Gerüst für ihren Hügel. Seitdem gehen die Kinder außenrum… Am Sonnenplatz haben sich die Ameisen genau den Hände-Wasch-Baumstumpf des Kindergartens als Revier ausgesucht. Auch hier sind wir flexibel.

Dies ist eine erstaunliche Entwicklung, da zum Start des Waldkindergartens im Jahr 2014 gar keine Ameisen auf dem Gelände zu entdecken waren. Um diese positive Entwicklung zu unterstützen, hat der Kindergarten rund um die Ameisenhügel “Schutzzonen” errichtet. Das bedeutet, dass direkt bei den Ameisenhügeln keine Spielbereiche mehr sind damit sich die Ameisen ungestört entwickeln und weiter verbreiten können. Natürlich dürfen die Kinder die Insekten mit Abstand beobachten, was sie auch interessiert tun. Wenn Fragen aufkommen, wird das Thema immer wieder im pädagogischen Alltag aufgegriffen und zum Beispiel anhand des Bilderbuchs “Wie leben die kleinen Waldameisen?”, veranschaulicht.

Warum Ameisen so wichtig sind

Waldameisen halten den Wald gesund, indem sie den Boden durchlüften, Pflanzensamen verbreiten und viele Abfälle verwerten. Ein Ameisenstaat ist gut organisiert, denn jede Ameise hat eine bestimmte Aufgabe. Im Ökosystem Wald sind Ameisen ein wichtiger Baustein: Sie sind selbst Räuber, dienen aber für Spinnen, Igel, Mäuse, Reptilien und Amphibien des Waldes auch als wertvolle Nahrung. Die Beutetiere der Ameisen sind vor allem andere Insekten – auch solche, die Bäume schädigen können. Dadurch schützen Ameisen die Bäume und sorgen dafür, dass der Wald gesund bleibt. Tote Insekten werden von ihnen ins Nest transportiert und an die Brut verfüttert. Ameisen werden deshalb auch die “Gesundheitspolizei” des Waldes genannt. Weil sich oft mehrere Ameisen am Transport der Beutetiere beteiligen, können sie auch Tiere überwältigen, die viel größer sind als sie selbst.

Zudem verbessern Ameisen den Waldboden: Sie sorgen dafür, dass liegende Holzstämme oder Baumstümpfe schneller verrotten und wieder zu wertvoller Erde werden. Außerdem tragen sie durch den Neubau oder Umbau ihrer Nester dazu bei, dass der Waldboden durchmischt und durchlüftet wird. Pflanzen können dadurch besser wachsen. Zu guter Letzt gibt es Waldblumen, deren Samen nur durch Ameisen verbreitet werden, indem die Arbeiterinnen diese als Abfall aus dem Nest bringen und auf diese Weise in der Umgebung verteilen.

Wir freuen uns über die Ansiedelung der Ameisen am Westerbuchberg und werden sie weiter schützen.