Polizeibesuch bei den Wurzelkindern in Übersee

Entgegen anders lautender Gerüchte war die Polizei vor kurzem nicht wegen eines abtrünnigen Kindes am Westerbuchberg. Viel mehr statteten die Polizeihauptmeisterinnen Anja Schmidt und Regina Hannappel als Kinder- und Jugendbeauftragte den Waldkindern einen geplanten Besuch ab. Denn für Kinder üben Institutionen wie Polizei, Feuerwehr und Krankenhaus eine enorme Anziehungskraft aus. Besonders die Buben interessieren sich brennend für diese spannenden Themen. Vor allem das umfangreiche Aufgabengebiet der Polizei bietet eine große Plattform für Spekulationen und regt die unglaubliche Fantasie der Kinder an. Viele Kinder sind der festen Überzeugung, dass die Aufgaben der Polizei ausschließlich darin bestehen, mit gezückter Waffe gefährliche Räuber zu fangen, wilde Verfolgungsjagden mit Verbrechern durchzuführen und Schießereien sowie Kämpfe auf der Tagesordnung stehen.

Damit die Kinder einen realen Einblick in das tatsächliche Arbeitsfeld der Polizeiarbeit erhalten, weihten die Polizistinnen die Vorschulkinder unter den Wurzelkindern auf kindgerechte Art und Weise in die Geheimnisse der vielfältigen Polizeiarbeit und deren Funktion ein. Die Kinder durften in verschiedene Polizeiuniformen schlüpfen, die Handschellen ausprobieren und andere polizeiliche Utensilien kennen lernen. Spannend fanden die Kinder auch, wie die Polizei im Ernstfall „Gesetzesbrecher“ dingfest und somit kampfunfähig macht. Wichtig war dabei, den Kindern zu vermitteln, wie ein fairer Kampf aussieht, dass ein „Stopp“ auch dies bedeutet, welche verheerenden Auswirkungen Waffengewalt haben kann und dass niemals – auch nicht im Spiel – die „Waffe“ auf Menschen gerichtet werden darf.

Zu guter Letzt durften die Kinder noch ein Lager aus Weidenstöcken bauen, damit sie nun am Westerbuchberg auch ein eigenes Gefängnis haben. Seither spielen die Kinder fast täglich im Wald Polizei, inzwischen ist ihr Spiel allerdings sehr zielgerichtet und strukturiert.

Ein herzliches Dankeschön an die Polizeidienststelle Grassau und die Polizeibeamtinnen Anja Schmidt und Regina Hannappel

Die Wurzelkinder mit ihren Erzieherinnen

Osterhasenbesuch im Waldkindergarten Übersee

Zum Glück gab es heuer zur Osterzeit doch noch einen kleinen Wintereinbruch mit ein bisschen Schnee. So konnten die Wurzelkinder verschiedene Tierspuren im Schnee entdecken und starteten eine spannende Suchaktion, die die Fantasie der Kinder anregte und ihnen sehr viel Spaß bereitete.

Natürlich waren mitunter auch Hasenspuren dabei, die eindeutig dem Osterhasen zuzuordnen waren, der ja bereits seit längerer Zeit im Wald unterwegs war. So brauchten die Kinder nur der „heißen Hackenspur“ zu folgen, die sie letztendlich zum „Schwammerlplatz“ brachte. Dabei mussten sich die aufgeregten Kinder besonders leise Verhalten, denn wie wir wissen, sind Hasen besonders scheue Tiere und wir wollten auf keinen Fall den Osterhasen erschrecken oder gar verscheuchen.

Dort angekommen begann auch schon die aufregende Suche nach den Osternestern. Diese gestaltete sich äußerst anspruchsvoll, denn der Osterhase gab sich heuer sehr viel Mühe, die Nester an ganz besonderen Plätzen zu verstecken und der Wald ist riesengroß.

Besonders lustig war, dass wir ein Eichhörnchen beobachten konnten, das sich ein Osterei aus einem versteckten Nest mopste. Nach einiger Zeit waren dann alle Nester gefunden und jedes Kind konnte seine selbstgebastelten Mooskörbchen gefüllt mit kleinen Süßigkeiten, Straßenmalkreiden und einen bunten Gummiball mit nach Hause nehmen. Zum Dank sangen die Kinder dem Osterhasen das Lied vom

„Stups den kleinen Osterhasen“.

Das Team und die Wurzelkinder des Waldkindergartens Übersee

Wildes Faschingstreiben im Waldkindergarten Übersee

Der Westerbuchberg wurde heuer von den wilden Piraten des Waldkindergartens Übersee beherrscht. In den vorangegangenen Wochen beschäftigten sich die Wurzelkinder eingehend mit dem Thema der „Piraterie“. Mithilfe von Erzählungen, Bilderbüchern, Bewegungs- und Rollenspielen bekamen die Kinder einen intensiven Eindruck vom aufregenden Leben der Piraten. So lernten sie sowohl die positiven als auch die negativen Seiten der Piraterie kennen. Sie erfuhren die Hintergründe, warum arme oder geächtete Menschen zu gefürchteten Seeräubern wurden, wo sie ihr Unwesen trieben, nach welchen Regeln die Piraten lebten und welche Aufgaben sie an Bord zu bewältigen hatten. Die Piraten hatten innerhalb der Mannschaft einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. So wurde beispielsweise das erbeutete Diebesgut gerecht unter den Matrosen aufgeteilt, nur der Kapitän erhielt den doppelten Anteil der Beute. Ein Diebstahl unter den Seeräubern war strengstens verboten und wurde hart bestraft.

Die Kinder verwandelten „ihren“ Wald in ein richtiges Räubernest: die große Baumwurzel wurde kurzerhand zum Piratenschiff erklärt und die gefährliche Piratenflagge gehisst. In der Kletterbuche wurde ein „Krähennest“ angebracht, denn von dort muss der „Späher“ Ausschau nach einem vollbeladenen Handelsschiff halten. Natürlich gehören zu richtigen Piraten auch Säbel und Messer. Diese Spielzeugwaffen durften sie in der Faschingszeit ausnahmsweise mitnehmen und unter Aufsicht von Betreuern für ihre Kämpfe einsetzen – selbstverständlich unter strikter Einhaltung von klaren Kampfregeln. So spielten die Kinder mit viel Fantasie täglich ihre Piratenrollenspiele und suchten dabei auch versteckte Schatzkisten.

Als Höhepunkt fand am Unsinnigen Donnerstag und am Rußigen Freitag ein wildes Faschingstreiben statt. Dabei durften die Kinder als Piraten verkleidet in den Wald kommen. Bei lustigen Spielen wie Inseln hüpfen, Gold schürfen, Leuchtturm umwerfen mit Kanonenkugeln, Flaschenpost aufwickeln und Piratenhindernislauf konnten die kleinen Seeräuber ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Zu guter Letzt mussten die Kinder schwierige Piratenfragen beantworten, bevor sie sich zur Belohnung auf eine spannende Schatzsuche begeben duften.

Anschließend hatten die Kinder einen riesigen Piratenhunger und konnten sich am leckerem Büfett, das die Eltern zubereitet hatten, ausgiebig stärken. Immer wieder sangen die Kinder voller Freue ihre Piratenlieder: „Wir lagen vor Madagaskar“ und „Die Piraten schießen aus Versehen mit Tomaten“.

Geschichte

Mai 2011

Die Initiatorin Ursula Kern, selbst Mutter eines Sohnes und einer Tochter, beschließt einen ganzheitlichen, waldpädagogischen Kindergarten in Übersee zu errichten.

 

31.01.2014 Vereinsgründung

Nach viel Zuspruch aus der Bevölkerung und einer gelungenen ersten Informationsveranstaltung im November 2013, wurde der Verein “Die Wurzelkinder e. V.” in Übersee gegründet und Ursula Kern, Elisabeth Öttl und Christian Berger zum Vereinsvorstand gewählt. Dieser organisierte unter anderem die Einstellung des pädagogischen Personals, die Finanzierung des Projekts, die Erteilung der Betriebserlaubnis, die Baugenehmigung für den Stellplatz des zukünftigen Bauwagens, sowie die dafür notwendigen Waldgrundstücke.

 

01.09.2014 Kindergartenstart

Start des Waldkindergartens mit 22 Waldkindergartenkinder, nachdem schon zum Anmeldetermin im März 2014, 20 Kinder verbindlich angemeldet wurden.

 

Januar 2015 Neuer Vereinsvorstand

Nach der Wahl des neuen Vereinsvorstandes besteht der Vorstand des Vereins Die Wurzelkinder e.V. aus Lisa Öttl als 1. Vorstand, Josef Wallner als 2. Vorstand und Christian Berger als Beisitzer.

 

Juni 2015 Tipiaufbau am Sonnenplatz

DAs Tipi wurde von einigen Eltern zusammen mit Dirk Schröder von der Wildnisschule Chiemgau selbst gebaut und am Sonnenplatz aufgestellt. Eingeweiht wurde das Indianerzelt mit einem großen Indianer-Sommerfest.

 

Sommer 2015  Instandsetzung des Kirchenweges

gemeinsam mit der Gemeinde Übersee. Die Arbeit hat sich gelohnt: der Kirchenweg wird jetzt nicht mehr nur von den Kindern genutzt, sondern auch von Wanderern und Mountainbikern sowie Anliegern des Westerbuchbergs.

 

 

Oktober 2015

Aufstellung des zweiten Bauwagens

Besuch des Bischof Nikolaus

In diesem Jahr wurde der heilige Bischof Nikolaus von seinem Knecht Ruprecht und dem Esel „Luzie“ begleitet. Die Kinder des Waldkindergartens Übersee waren in heller Aufregung als sie den heiligen Mann zusammen mit seinem Helfer und dem süßen kleinen Esel auf der Waldlichtung entdeckten.

Im Vorfeld erfuhren die Kinder anhand einer liebevollen Bilderbuchgeschichte, dass der heilige Bischof auch die Waldtiere besucht und mit Futtergaben beschenkt. Auf der Spurensuche nach dem heiligen Nikolaus entdeckten die Wurzelkinder verdächtige Fuß- und Hufabdrücke, zudem noch Heubüschel, die sie letztendlich zur Wildfütterung am Schwammerlplatz vom „Flaulwald“ führten. Mit gemischten Gefühlen begegneten sie dem heiligen Bischof Nikolaus und seinem Gehilfen Ruprecht samt voll bepackten Eselchen, als diese den Waldtieren gerade einen Besuch abstatteten. Freundlich wurden sie von den Kindern mit dem Lied:

„Sei gegrüßt lieber Nikolaus“ begrüßt.

Der Bischof hatte natürlich auch sein goldenes Buch dabei und er wusste von jedem Kind überwiegend Gutes zu berichten. Der heilige Nikolaus zeigte sich äußerst zufrieden und hatte deshalb auch für jedes Wurzelkind ein kleines Nikolaussäckchen dabei, das von dem Esel geduldig getragen worden war.

Anschließend durften alle Kinder das brave Eselchen „Luzie“ mit Heu beschenken, es streicheln und liebkosen. Als Gegenleistung und zum Dank halfen sie dem heiligen Nikolaus bei der Fütterung der Waldtiere und verteilten eifrig Nüsse und Heu im Wald für die Tiere im Winter. Zum Schluss bedankten sich die Kinder beim heiligen Nikolaus und verabschiedeten sich mit einem Abschlusslied. Freudestrahlend und frohgelaunt liefen die Kinder ihren wartenden Eltern entgegen und berichteten aufgeregt von ihren Erlebnissen.

Ein herzliches Vergelt`s Gott an Walter Wolfsberger aus Marquartstein, der das ehrwürdige Amt des heiligen Nikolauses übernahm und Katie Schreiner aus Riedering, die ihn als Gehilfe Ruprecht mit ihrem Esel unterstützte.

Das Team und die Wurzelkinder des Waldkindergartens Übersee

Wurzelkinder beim Klöpfeln in Übersee

Die Wurzelkinder des Waldkindergartens in Übersee waren heuer wieder als Klöpfelleute unterwegs, diesmal am Fuße des Westerbuchberges.

Beim Brauch des Klöpfelns handelte es sich ursprünglich um ein Glückwunschritual zum neuen Jahr und reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Daraus wurde im Laufe der Zeit ein Heischebrauch, also ein Erbitten von Gaben, dieser wurde meist von den „Dorfarmen“ ausgeführt, die sich, um nicht erkannt zu werden, die Gesichter schwärzten.

Nun ziehen auch seit Jahrzehnten im Chiemgau an den ersten drei Donnerstagen im Advent die Klöpfler umher, am vierten Advent darf laut einer Sage nicht mehr geklöpfelt werden, denn da geht der „Teufel“ mit.

Verkleidet als arme Hirten besuchten die Vorschulkinder des Waldkindergartens Übersee, deren Einwohner in ihren Häusern.

Mit dem schönen bayrischen Adventslied: „Jetzt ist die traute Klöpfelzeit“ stimmten die  Wurzelkinder die Einwohner auf eine besinnliche Adventszeit ein. Begleitet wurden sie von ihren Erzieherinnen und einer Mutter, Annabelle Laforge unterstützte sie zusätzlich instrumental mit ihrer Geige. Zur Belohnung bekamen die Kinder von den freundlichen Hausbewohnern Süßigkeiten, Obst und natürlich auch kleine Geldgeschenke. Nach zwei Stunden kehrten die fleißigen Klöpfelkinder müde, aber zufrieden wieder zum Ausgangspunkt zurück. Dort konnte sich die kleine Schar ausgiebig bei Kinderpunsch und Obst stärken, bevor sie von ihren Eltern wieder abgeholt wurden.

Die Geldspenden werden in die Anschaffung von Instrumenten zur musikalischen Begleitung von Liedern oder Geschichten investieren.

Die Geschenkgaben wurden am darauffolgenden Tag gerecht innerhalb der Gruppe aufgeteilt.

Die Klöpfelaktion hat den Kindern wieder sehr viel Freude bereitet und wir hoffen, dass wir auch die Überseer Bürger mit unserem Besuch erfreuen konnten.

Vergelt`s eich Gott liabe Leut, dass uns so herzlich empfangen habt`s!

Wir wünschen allen Bürgern von Übersee ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2016!

Die Erzieherinnen und ihre Wurzelkinder des Waldkindergartens Übersee

Sankt Martinsfest 2015 im Waldkindergarten Übersee

Anfang November feierten die Wurzelkinder bei mildem Herbstwetter das zweite Martinsfest im Wald. Nachdem alle Kinder mit ihren selbstgebastelten Eichhörnchen-Laternen begleitet von Familien, Freunden und Nachbarn am Bringplatz in der Wessenerstraße eingetroffen waren, setzte sich der Laternenzug langsam in Bewegung. Begleitet von bekannten Laternenliedern folgte der Zug dem stimmungsvollen Lichterweg zum „Schwammerlplatz“. Die Kindergartenleitung Irmi Klauser begrüßte alle Kinder und Erwachsenen und dankte dem Überseer Bürgermeister Marc Nitschke und der Gemeinderätin Erika Stefanutti, die Martinsgänse für alle Kinder als Spende mitgebracht hatten. Ihr besonderer Dank galt auch wieder den Waldgrundbesitzern Peter Stöger (Flaul), Klaus Stöger (Mandel) und Wast Stöger (Schließpointner) dafür, dass sie ihre Waldgrundstücke den Wurzelkindern als Aufenthaltsort zur Verfügung stellen.

Anschließend wurde die Martinslegende von den Kindern als Rollenspiel dargestellt. Dabei wurden die drei armen Bettler (Paul Frisch, Tori Zaunmüller, Anne Rose Massawe) von drei eigennützigen habgierigen Menschen (Cäcilia Detsch, Simon Wallner und Jan Kubicek) auf ihr Bitten hin abgewiesen. Bis der „Retter“ Sankt Martin (Karolina Irger) auf seinem Pferd (Matilda Thaller) mit Schwert und Schild bewaffnet angeritten kam, seinen roten Mantel teilte und diesen barmherzig dem frierenden Bettler gab. Begleitet wurde das Spiel von Sabine Pröls mit der Querflöte. Als Höhepunkt führten alle Wurzelkinder einen wunderschönen, bewegenden Laternentanz auf bevor sie die Martinsgänse mit Familienmitgliedern und Freunden teilen duften. Bei Kinderpunsch, Brezenstangerl und Kuchen klang das Fest im laternengeschmückten Wald aus. Herzlichen Dank an alle Helfer für das gelungene Fest!

Einladung: St. Martinsfest im Waldkindergarten am 13. November

Diesen Freitag, den 13. November (Ausweichtermin bei Regenwetter ist Montag, 16. November) feiern die Wurzelkinder des Waldkindergartens Übersee am Westerbuchberg das St. Martinsfest. Treffpunkt ist um 16:30 Uhr am Bringplatz in der Wessener Str, Von dort aus gehen die Kinder gemeinsam mit den Erzieherinnen und ihren Familien entlang eines kerzengesäumten Weges ein Stück in den Wald hinauf zum so genannten“ Schwammerlplatz“. Nach den Feierlichkeiten mit St. Martinsliedern bietet der Elternbeirat Punsch, Butterbrezen und Kuchen an. Neben den Familien der Wurzelkinder sind auch Förderer und Freunde des Waldkindergartens sowie Anwohner sehr herzlich eingeladen.

Wichtiger Hinweis: Da am Bringplatz in der Wessener Str. nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen bitten wir dringend darum am Dirtpark oder am Vereinsheim des TSV Übersee zu parken. Außerdem bitten wir aus Gründen des Umweltschutzes jeden eine eigene Tasse mitzubringen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!